Für Wahlfreiheit auf dem Weg zum Abitur

Der Landtagsabgeordnete Burkhard Jasper hat auf der CDU-Fraktionssitzung für den Loccumer Beschluss zur Zukunft der Gymnasien in Niedersachsen gestimmt:

Präambel

Immer mehr Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen streben das Abitur an. Diese positive Entwicklung trägt dazu bei, dem Mangel an qualifizierten Führungskräften zu begegnen, dem sich die deutsche Wirtschaft im internationalen Wettbewerb stellen muss. Zugleich haben neben der Schulzeitverkürzung der Bologna-Prozess und die Abschaffung der Wehrpflicht in den letzten Jahren dazu geführt, dass Hochschulabsolventen immer jünger ins Berufsleben starten können.

Während sich manche Eltern für ihre Kinder mehr Zeit und weniger Tempo auf dem Weg zur allgemeinen Hochschulreife wünschen, ist für andere Schülerinnen und Schüler das achtjährige Gymnasium der richtige Weg.

Die CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag bekennt sich zur Vielfalt der schulischen Bildung in Niedersachsen. Die Qualität der Bildungsangebote und Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Bildungswege sind dabei von entscheidender Bedeutung.

Die niedersächsischen Gymnasien sind die beliebteste weiterführende Schulform. Durch steigende Anwahlzahlen und gesellschaftliche Veränderungen haben sie große Herausforderungen zu bewältigen. Dafür benötigen sie die bestmögliche Unterstützung des Landes.

Die CDU-Fraktion fordert zur Stärkung der Gymnasien:

1. Weiterentwicklung des Abiturs an Gymnasien. Schülerinnen und Schüler legen an niedersächsischen Gymnasien das Abitur gleichrangig nach 12 oder 13 Jahren ab.

2. Jeder Schülerin und jedem Schüler wird der Weg zum „Abitur im eigenen Takt“ eröffnet, das ihren oder seinen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht wird. Damit wird den Schülerinnen und Schülern die Wahlfreiheit gegeben, auch innerhalb kürzerer Zeit das Abitur zu erreichen.

3. Die Landesregierung wird ermahnt, die Gymnasien nicht durch den weiteren Entzug von Ressourcen zu schwächen. Die Unterrichtsversorgung muss deutlich über 100 Prozent bleiben.

4. Die rund 20.000 Gymnasiallehrkräfte in Niedersachsen leisten herausragende Arbeit. Sie haben die Reformen und Veränderungen, denen sich die Gymnasien in den letzten Jahren zu stellen hatten, mit Geduld und Umsicht umgesetzt. Um diesen andauernden Wandel weiter zu bewältigen, bleibt die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrkräfte unverändert.

5. Auf Ebene der Kultusministerkonferenz ist anzustreben, die in den Ländern angebotenen Wege zur allgemeinen Hochschulreife aufeinander abzustimmen, um Schülerinnen und Schülern Umzüge zwischen den Bundesländern zu erleichtern.